Presse
Pål H. Christiansen: "Die Ordnung der Worte".
Aus dem Norwegischen von Christine von Bülow.
Rockbuch, Schlüchtern; 240 Seiten; 14,90 Euro.
Hobo Highbrow wohnt in einer heruntergekommenem Bude in Oslo, er lebt in den Tag hinein und verliert sich in größenwahnsinnigen Phantasien. Sein neuer Roman, für den er den Literaturnobelpreis erwartet, wird nicht fertig, mit der unverkäuflichen Restauflage seiner bisher erschienenen Bücher legt er den Fußboden aus. Doch mit einem Mal bricht sein beschauliches Leben auseinander - seine Freundin scheint sich anderen Männern zuzuwenden, aus seiner Wohnung verschwinden Möbel und Kleidung, der Wirt seiner Stammkneipe setzt ihn vor die Tür. Trost findet Highbrow in den Songs der Band a-ha, in Tagträumen und einem Wörterbuch. Der Norweger Pål H. Christiansen, 48, hat einen wunderbar kauzigen Helden kreiert, gleichermaßen nervtötend wie sympathisch. Und er erzählt sehr emphatisch davon, wie schwer es ist, einen Platz in der Welt da draußen zu finden, wenn die im Inneren einen zu sehr gefangen nimmt.
Jörg Böckem, KulturSpiegel (02.05.07)